Segelverein MARE INCOGNITA
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Was bisher geschah –
​berichte von vergangenen Törns!

20.06.–06.07.2024 – Törnbericht Ålesund–Tromsø

7/9/2024

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Von Jean-Marc Leutenegger (Skipper) und Michael T. Ganz (Rewriting). Voller Vorfreude auf den Törn reisen wir am 19. Juni nach Ålesund. Hier treffen wir die Crew, welche die «Passage» von den Shetlands hergesegelt hat. Alle an Bord sind vom Erlebten begeistert. Der erste Tag dient wie üblich dem grossen Einkauf vor dem Start, der Boots-Übergabe und dem Briefing der Crew. Wir besprechen Sicherheitsaspekte, prüfen die Wetterberichte und diskutieren die Gestaltung der Route und unsere gegenseitigen Erwartungen. So starten wir am nächsten Morgen – schon hier wird es nachts kaum mehr dunkel – mit mässigem Wind Richtung Molde. Wir nutzen die Gelegenheit, die gesamte Garderobe der «Passage» zu testen: Im Verlauf des Tages setzen wir sowohl den Code Zero als auch den Spi, was von der Crew einiges abverlangt. Doch die Mühe lohnt, der Start ist gelungen.
 
Die nächsten Tage führen uns immer weiter nach Norden.

Die Landschaft wird allmählich karger. Beeindruckend sind die vielen «Steingärten» entlang der norwegischen Küste: Das Meer ist hier mit zahlreichen kleinen und kleinsten Inseln und teilweise nur knapp sichtbaren Felsen gespickt. Entsprechend wichtig ist es, genau zu navigieren. Nahe Kristiansund ankern wir in einer wunderschönen Bucht und verbringen die Nacht. Dann erreichen wir nach einem weiteren guten Segeltag den kleinen Hafen von Stoksund. Der Wind ist günstig und kräftig; auf flottem Vorwindkurs gelangen wir tags darauf nach Rørvik.
 
Die Meteo sagt für die nächsten Tage auf Nord drehende Winde voraus. Wir beschliessen, noch so lange wie möglich vom günstigen Südwester zu profitieren und eine längere Etappe zu segeln. So legen wir frühmorgens in Rørvik ab und teilen uns in Wachen ein. Natürlich wird regelmässig gekocht, was vom Küchenpersonal je nach Kurs und Wetter etwas Akrobatik verlangt. Auch der Schiffsunterhalt gehört zu den Routinearbeiten. Vor allem prüfen wir regelmässig den Motor, um Pannen vorzubeugen, denn bekanntlich treten diese immer dann auf, wenn man sie am wenigsten gebrauchen kann.
 
Um Mitternacht laufen wir die Insel Husøya an. Sie liegt genau auf dem Nordpolarkreis – der erste Ort auf unserer Route also, wo die die Sonne nicht mehr untergeht. Die Anfahrt auf Husøya ist ein magischer Moment: Die Landschaft ist karg, aber atemberaubend schön, das Licht ist warm, ein paar vereinzelte Wolken machen die Stimmung perfekt, und ein wohlwollender Wind erlaubt es uns, zwischen den Inselchen und Felsen bis vor die Einfahrt des kleinen Hafens zu segeln.
 
Kaum ist die «Passage» festgemacht, wandert ein Teil der Crew los, besteigt einen kleinen Hügel und bringt traumhafte Bilder der umliegenden Insellandschaft im Licht der Mitternachtssonne zurück. Ein wahrer Glücksmoment, der uns alle noch bis ans Ende des Törns begleiten wird. Wir legen in Husøya einen Tag Pause ein, besichtigen die Insel, füllen unsere Essensvorräte auf und kaufen fangfrischen Fisch.
 
Nun hat der Wind gedreht und kommt von Norden.

So kreuzen wir denn mit zwei Reffs im Gross und dem kleineren Stagsegel Richtung Myken auf. Immer wieder beeindruckt uns die «Passage» mit ihrem stabilen Verhalten selbst bei rauhen Bedingungen. Mit der für die jeweils herrschenden Bedingungen richtigen Besegelung ist das Schiff stets ausgeglichen und leicht zu steuern. Beeindruckend sind auch die Kraft, mit der die «Passage» durchs Wasser pflügt, und das Gefühl der Sicherheit, die sie uns dabei gibt. «You should paint your boat», so der Ratschlag, den wir in den Häfen immer wieder hören – egal, auch ohne Neuanstrich ist die «Passage» das perfekte Schiff für das Revier im hohen Norden. Das Segelerlebnis ist einfach toll.
 
Der Wetterbericht prognostiziert für den nächsten Tag abnehmenden Wind, weshalb wir wiederum früh Richtung Bodø starten. Die Sonne scheint, die Temperatur ist angenehm. Nach unserer Ankunft verschlechtert sich das Wetter aber rasch: Der Wind legt zu, es regnet praktisch horizontal. Wir bleiben einen Tag in Bodø und nutzen die Gelegenheit, in einem Pub die EM-Spiele der Schweiz und Deutschlands anzuschauen.
 
Wir haben die Hälfte unseres Törns hinter uns und sind bereits rund 450 Seemeilen gesegelt.

Am Sonntag legen wir wieder ab und überqueren die grosse Bucht zwischen Bodø und den Lofoten. Wir steuern den winzigen ehemaligen Fischerhafen Nusfjord an. Das kleine Lofotendorf, das heute vor allem als Ferienresort dient und mit einem Museum über die Fischerei und den Stockfisch aufwartet, ist perfekt renoviert und denkmalgeschützt.



«Auf dem Weg zu unserer nächsten Station Henningsvær haben wir ein unglaubliches Glück: Wir sichten Orcas.»
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Die Meeressäuger queren unser Kielwasser und tauchen dann wieder ab – erneut ein magischer Augenblick. Den Nachmittag verbringen wir in Henningsvær, einem schönen, aber ziemlich touristischen Ort, und fahren am Abend weiter, diesmal leider ohne Wind.
 
Auf dem Weg zum Raftsund gönnen wir uns einen Abstecher in den Trollfjord. Er ist klein und eng, mit beeindruckenden, praktisch senkrechten Felswänden. Er gilt als beliebtes Ausflugsziel von Svolvær und ist berühmt für seine Seeadler. Wir sehen sie tatsächlich fliegen – ein Naturspektakel erster Klasse. Wir geniessen den Anblick und drehen mehrere langsame Runden im Fjord.
 
Weiter geht es in den nächsten zwei Tagen entlang der Insel Langøya bis nach Risøyhamn auf der Insel Andøya und dann bis Hamn auf der Insel Senja. Von einem kleinen Hügel über dem Hafen blicken wir einmal mehr bei prächtiger Mitternachtssonne über wunderschöne nordische Landschaften.
 
Unsere letzte Etappe bringt uns ins türkisblaue Meer von Litje Sommarøya, der «Arktischen Karibik». Wir nutzten die Gelegenheit, packen eines unserer Kajaks aus und machen einen kleinen Ausflug auf die benachbarte Insel, wohlverstanden mit weissem Sandstrand. Der letzte Schlag zurück nach Tromsø beschert uns dann nochmals echtes Segelvergnügen. Eine enge Stelle mit teilweise starken Tidenströmen passieren wir zu einer günstigen Zeit. Wir erreichen unseren Zielhafen auf 69 Grad nördlicher Breite nach insgesamt 750 gefahrenen Seemeilen.
 
Fazit: ein rundum gelungener Törn. Die Crew hat gut harmoniert, das Wetter war meist auf unserer Seite, die «Passage» hat sich einmal mehr als geniales Schiff erwiesen, und die norwegischen Landschaften haben uns fasziniert. Wir alle reisen mit herrlichen Bildern im Kopf und schönen Erinnerungen wieder nachhause.
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