Segelverein MARE INCOGNITA
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Was bisher geschah –
​berichte von vergangenen Törns!

8.–19.06.2023: Dublin – Inverness

1/8/2023

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Von Pascal Keel (Skipper) und Michael T. Ganz (Rewriting). Im Hafen von Dublin herrscht reger Betrieb. Hier findet heute die Dun Laoghaire-Regatta statt, eine der grössten Segelwettfahrten Irlands. Uns bleibt nichts anderes übrig, als mitten durchs startbereite Regattafeld in See zu stechen – eine etwas spezielle Art des Einsegelns für eine neue Crew mit neuem Skipper. Bei 20 bis 25 Knoten Wind macht die «Passage» gut acht Knoten Fahrt. Der Wellengang ist schwach, und halleluja, niemand wird seekrank. Nach rund 45 Seemeilen erreichen wir das Bojenfeld von Greencastle Point, wo wir ankern.
 
Und schon hat uns alle die Segelwut gepackt. Um fünf Uhr früh lichten wir den Anker, damit wir für die nächste Etappe ausreichend Zeit haben. Wind- und Wellengott meinen es auch heute gut mit uns, vorerst jedenfalls. Fast 90 Seemeilen legen wir bei wenig Seegang unter Segeln zurück, dann lässt uns der Wind im Stich. Fürs letzte Dutzend Meilen bis zum Ankerplatz brummt der Motor.
 
Nach zwei Tagen Vorwindkurs gehen wir am dritten Tag nun an den Wind. Die Bedingungen sind perfekt: strahlende Sonne, viele Tiersichtungen. Wie ein Messer durch weiche Butter schneiden Rumpf und Kiel der «Passage» durch das ruhige Wasser. Dank 3,5 Knoten Mitströmung machen wir kurzzeitig mehr als 12 Knoten Fahrt über Grund. An unserem Tagesziel Port Ellen besucht ein Teil der Crew eine der drei örtlichen Distillerien. Die Degustation lohnt sich: Der Whisky, der nun an Bord kommt, schmeckt ausgezeichnet.
 
Die Motivation ist gross: Schon am vierten Tag durchbrechen wir die Schallgrenze der 250sten Meile, und dies, ohne eine Nacht durchgesegelt zu sein. Was uns am meisten freut: 88 Prozent dieses Wegs sind wir gesegelt, also rund 420 Kilometer allein mit Windkraft.
 
Zwischen Loch Melfort, wo wir uns befinden, und dem Firth of Lorn, wo wir hin wollen, gibt es eine bekannte Abkürzung: den Cuan Sound. Das Kartenmaterial und die Beschreibungen für diese Route sind allerdings eher dürftig. Gesichert ist einzig eine Strömung von bis zu vier Knoten. Unsere Absicht ist es deshalb, den Sound bei Tidenwechsel zu befahren, um möglichst keine Probleme zu haben.
 
Die Rechnung geht nicht wirklich auf. Trotz gutem Timing zerrt der Strom am Schiff. Stunden später fahren wir ins Loch Aline ein. Laut Seekarte passieren wir Stellen mit nur zwei Metern Wassertiefe – nach unserer Berechnung müssen es eher fünf Meter sein. In Loch Aline bestreitet die Crew ihr erstes Hafenmanöver, was wir mit einem ausgezeichneten Lunch im Restaurant «The Whitehouse» feiern. Dann kreuzen wir im flachen Wasser des Sound of Mull noch auf bis Tobermory und legen uns an eine Boje.
 
Am Morgen können wir noch kurz umparken, das bunte und interessante Hafenstädtchen besuchen und uns in einer alten Kirche erstklassigen Kaffee servieren lassen. Dann segeln wir die 20 Seemeilen durch den Sound of Mull zurück, den Wind auf die Nase. Doch das Aufkreuzen macht uns allen Spass. Am Abend erreichen wir Oban und geniessen nach längerer Zeit wieder mal eine warme Dusche.
 
Die Windprognosen sprechen für einen frühen Start am nächsten Morgen. Gegen die Strömung geht es nun Richtung Fort Williams und Caledonian Canal. Obwohl wir den Eingang zum Kanal schon am früheren Nachmittag erreichen, reicht es nur noch für die erste Schleuse – dafür aber fürs Pub. Sorgen bereitet uns die Nachricht, dass eine kaputte Brücke die Weiterfahrt behindere.
 
Die Sorgen erweisen sich am nächsten Morgen als unbegründet: Das Problem ist offenbar bereits gelöst. Nicht nur für die Touristen, auch für uns ist die nun folgende Schleuserei ein echtes Spektakel. Noch vor dem Mittag schwimmt die «Passage» 18 Meter über dem Meeresspiegel. Hohe Bäume säumen das Kanalufer. Mit einem Segelschiff gewissermassen durch den Wald zu gleiten, ist ein neues und exklusives Gefühl.
 
Die Fahrt durch Loch Lochy und Loch Ness erinnert ans Segeln auf Schweizer Seen. Loch Ness überrascht uns allerdings mit einer Windstärkenpalette von 3 bis 25 Knoten. Für kurze Zeit befinden wir uns 106 Fuss über dem Meeresspiegel, was mehr als einer Schiffshöhe entspricht. Am Ende der Kanalfahrt haben wir 29 Schleusen und mehrere Brücken passiert. Wir beenden den Tag, indem wir bei Leichtwind mit gehisstem Code Zero unter der Kessock Bridge hindurch rauschen und in Inverness festmachen.
 
Fazit der zwölftägigen Etappe: Fast jedes Crewmitglied hat diesmal wohl mehr Manöver gesteuert als ich, Pascal, der Skipper.
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