Segelverein MARE INCOGNITA
Segelverein MARE INCOGNITA
  • TÖRN 2026
  • INFOABEND TÖRN 26
  • TÖRN 2025
    • TÖRN ARCHIV
  • SCHIFF
  • GALERIE
  • BLOG
  • PHILOSOPHIE
  • VEREIN
  • KONTAKT
  • TÖRN 2026
  • INFOABEND TÖRN 26
  • TÖRN 2025
    • TÖRN ARCHIV
  • SCHIFF
  • GALERIE
  • BLOG
  • PHILOSOPHIE
  • VEREIN
  • KONTAKT

Was bisher geschah –
​berichte von vergangenen Törns!

Törnbericht Reykjavik – Akureyri, 12. – 26.7.2025

5/9/2025

0 Kommentare

 
örnbericht Reykjavik–Akureyri
12.-26.07.2025
 
 
Von Pascal Keel (Skipper) und Michael T. Ganz (Rewriting) Sanft und sauber legt Nikki vom Pier in Reykjavik ab, problemlos setzt die Crew die Segel, bald binden wir ein Reff und ziehen wenig später den Gennaker hoch. Dann fahren wir die obligaten Mann-über-Bord-Kringel, und schon kommen die ersten Delfine zu Besuch. Nach rund 30 Seemeilen werfen wir den Anker und geniessen ein Bad in einer heissen Quelle am Ufer mit Blick auf unser schönes Schiff.
 
Ein perfekter Törnstart also. Und dies, obwohl auf der «Passage» diesmal fast alle Crewmitglieder Neulinge sind. Nun, zumindest kennt man sich schon ein wenig. Denn ein paar Wochen vor dem Törn hat Alex ein Kennenlernsegeln auf dem Zürichsee organisiert.
 
Damals hat sich Sevo spontan bereit erklärt, den Island-Törn kulinarisch vorzubereiten. Resultat: ein kompletter Menüplan mit Bildern und Rezepten. Ein Glück, denn am ersten Törntag überlässt man uns die «Passage» später als geplant, doch dank Sevo’s Werk funktioniert der Einkauf supereffizient. Schon um 17 Uhr ist alles Ess- und Trinkbare im Bauch der «Passage» verstaut.
 

Glühende Gletscher 
Tags darauf ist unsere erste Überfahrt geplant. Die Bucht von Reykjavik bietet nicht gerade viele Ankerplätze, weshalb wir rund 100 Seemeilen bis Olafsvik zurücklegen müssen. Der Wind ist mal da, mal ist er weg, wir kommen nicht um den Motor herum. Der Anblick des in der Mitternachtssonne glühenden, fast 1500 Meter hohen Snæfellsjökull (zu deutsch Schneeberggletscher) entschädigt für die lange 20-stündige Etappe.
 
Das nächste Highlight ist die Insel Flatey im Breida-Fjord. Unter Gennaker segeln wir stolz an den ankernden Luxus-Kreuzfahrtschiffen vorbei und geniessen unseren Bojenplatz mitten im Vulkankrater. Der Zufall will es, dass gerade heute in der Hafenbar eine lokale Standup Comedian auftritt. Nach unserem abendlichen Sportprogramm – mit dem Coffeegrinder Crewmitglieder in die Höhe hieven – haben wir die Show auch redlich verdient.
 
Für die nächsten Tage prognostiziert der Wetterbericht wenig bis gar keinen Wind. Allerdings: Gerade eben ist der Vulkan in der Nähe von Keflavik ausgebrochen. Gemäss Aussagen der Einheimischen bringen solche Ausbrüche die Meteo jeweils arg durcheinander. Die lokalen Behörden empfehlen den Kindern sogar, nicht mehr im Freien zu spielen.
 
Tatsächlich ist das Wetter dann alles andere als vorhersehbar: Es reicht von besten Segelbedingungen bis zu kompletter Windstille und dichtem Nebel.

So dicht ist dieser, dass wir zeitweise alle zwei Minuten das Nebelhorn blasen.

Wir erreichen Flateyri und geniessen hier den zweiten kulturellen Höhepunkt in Form eines Konzerts.

 


Verspielte Weissseitendelfine 
Eigentlich müsste Claudio nach der ersten Törnwoche in Isafjördur von Bord gehen. Doch bis dahin ist es noch weit, und die Windprognosen sind schlecht. Überraschend frischt es dann aber doch auf, und das Segeln macht wieder mal richtig Spass. Kurz vor der Einfahrt in den Fjord besucht uns zudem noch eine kleine verspielte Gruppe von Weissseitendelfinen. Bis Isafjördur schaffen wir es zwar nicht ganz, wir verabschieden Claudio deshalb schon in Bolungarvik, rund 20 Autominuten vor dem Ziel, nach einem gemeinsamen Mittagessen mit Claudios Familie.
 
Wir nutzen den Boxenstopp, um Diesel zu tanken, Wasser zu bunkern und Lebensmittel nachzukaufen, was dank Sevo’s Menüplan abermals im Nu erledigt ist. Mit alledem rüsten wir uns für die Weiterfahrt nach Akureyri, bei der wir aller Voraussicht nach keinen Hafen mehr anlaufen, sondern ausschliesslich Ankerplätze aufsuchen werden.
 
Kurz darauf sind wir bereits wieder unter Segel Richtung Hesteyrarfjördur unterwegs, um in diesem Fjord zu ankern und einen Ruhetag einzuschalten – nach dem Vortag, an dem wir 17 Stunden lang unterwegs waren, haben wir ein wenig Musse verdient. Wir nutzen den Tag, um Kajak zu fahren, an Land wandern zu gehen oder einfach die Seele baumeln zu lassen.
 
Zu Beginn der zweiten Törnwoche steigt meine Nervosität. Es liegen noch rund 300 Seemeilen vor uns, doch die Windprognosen sind völlig unberechenbar. Kein Windfenster scheint länger als 12 Stunden stabil zu sein. Und wenn, dann bläst es aus Osten, so dass wir mit mindestens 18 Stunden Überfahrt von den Westfjorden nach Akureyri rechnen müssen.
 
​


Rettendes Westwindfenster 
Die Meteo sagt ein einziges knappes und schwaches 12-Stunden-Fenster mit Westwind voraus, das ich zu nutzen versuche. Wir segeln also direkt nach Hornvik, einer einsamen und absolut mystischen Bucht in den Westfjorden. Kaum angekommen, beobachten wir einen Arktisfuchs, der sich beim Landgang dann nahezu handzahm zeigt.
 
Um das Westwindfenster optimal nutzen zu können, lichten wir bereits um Mitternacht wieder den Anker. Leider erweist sich die Windprognose besser als die Realität. Wir laufen längere Zeit unter Motor, gehen dann zu Leichtwindsegeln über und fahren am Ende Schmetterling mit Gennaker und Gross.
 
Wir erreichen die Insel Grimsey, wo uns allerdings nur ein kurzer Aufenthalt gegönnt ist. Denn es bleiben immer noch 60 Seemeilen zu bewältigen, und ich möchte diese so zeitig angehen, dass der letzte Törntag nicht zum 12-Stunden-Stress wird. Guter Wind und viele Delfine entschädigen uns auf der Weiterfahrt für die leider nur kurze Pause.
 
Der letzte Törntag beginnt gut: Um acht Uhr morgens liefert uns ein Fischer vier Kilo frisch gefangenen und bereits filettierten Dorsch direkt auf die «Passage». Die Sonne scheint, noch herrscht Windstille, die Bedingungen sind fast wie in der Karibik. Wir gehen vom Boot aus schwimmen und setzen dann in Badehosen die Segel. Vor dem Wind geht es durch flaches Wasser flott Richtung Akureyri. Als letztes Manöver halsen wir mit Volltuch zwischen einem Luxuskreuzer und einem Containerschiff hindurch und fahren in den Hafen ein.
 
Der Törn endet so, wie er begonnen hat: fulminant und würdig. Mein grosser Dank an die starke und überaus angenehme Crew!
0 Kommentare



Antwort hinterlassen

Proudly powered by Weebly